














Kunsthaus Zug
Das Kunsthaus Zug beherbergt, zeigt und vermittelt regionale, nationale und internationale Kunst von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart. Es verfügt über mehrere thematische Sammlungsgebiete, die von der klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst reichen. Dank der Bestände der 1998 gegründeten Stiftung Sammlung Kamm hat sich das Kunsthaus Zug als ein Zentrum im Bereich der Wiener Moderne etabliert. Bei den mehr als 400 Werken, die der Zuger Kunstgesellschaft als Dauerleihgabe zur Verfügung stehen, handelt es sich um die bedeutendste Sammlung der Wiener Moderne ausserhalb von Österreich in Europa. Weitere Sammlungsschwerpunkte sind der Schweizer Surrealismus und Fantastischer Realismus sowie Kunst der Zentralschweiz. Das ursprünglich 1977 in der Altstadthalle eröffnete Kunsthaus Zug besteht seit 1990 am Rande der Altstadt von Zug in einer Anlage aus dem 16. Jahrhundert, dem «Hof im Dorf». Dank des späteren Umbaus durch den renommierten Schweizer Architekten Franz Füeg (1921-2019) verfügt das Kunsthaus über zwei Flügelanlagen und grosszügige, moderne, klar definierte Räume für die persönliche Begegnung mit Kunstwerken. Ein Skulpturengarten lädt ein zum Verweilen und zum Entdecken der dort ausgestellten Werke von Fritz Wotruba, Michael Kienzer und Richard Tuttle.
Kunst in der Stadt
Mit dem Projekt Sammlung von Tadashi Kawamata 1996 hat das Kunsthaus Zug seine Aktivitäten erstmals in den öffentlichen Raum der Stadt Zug und darüber hinaus ausgeweitet. Seither geht das Museum mit verschiedenen Kunstprojekten zu den Menschen: Von Kunst am Bau über Interventionen im öffentlichen Raum. Zur Sammlung gehören Plastiken, Skulpturen und Installationen im Innenhof und im Kunsthausgarten sowie architektonische Installationen in der Stadt. Der hölzerne Stationenweg von Tadashi Kawamata führt bis ins Strandbad und ins Gebiet Brüggli. An der Seeuferpromenade befindet sich die begehbare Skulptur Seesicht (2015) von Roman Signer, im Daheimpark steht die Hütte (2016/2021) von Thomas Schütte. Die Wandzeichnungen von Pavel Pepperstein für die Strafanstalt Zug sind auf Anfrage zu besichtigen. In Kooperation mit dem Kunsthaus wurden zudem Kunst am Bau-Projekte mit Ilya und Emilia Kabakov sowie James Turrell für den Bahnhof realisiert, ausserdem für Schulbauten mit Elisabeth Arpagaus, Tadashi Kawamata, Carmen Keiser, Michael Kienzer, Peter Kogler, Pavel Pepperstein und Franziska Zumbach.
Kunsthaus Zug mobil
Seit 2002 ist Kunsthaus Zug «mobil» unterwegs. Als reisendes Museum hat der Spezialcontainer bereits mehrere Male in Zug, der übrigen Schweiz sowie im Ausland Halt gemacht und die Kunst aus dem Museum zu den Menschen gebracht. Auf kleinstem Raum werden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt und vermittelt. Das Kunsthaus Zug mobil sucht den ortsspezifischen Kontakt zur Öffentlichkeit und ist als Container zugleich Metapher der heutigen Globalisierung. Das Projekt wurde 2008 mit dem schweizerischen Preis für die Vermittlung bildender Kunst ausgezeichnet und vom deutschen Goethe-Institut in einer europäischen Ausstellungstournee über junge deutsche Architektur im Ausland vorgestellt. Im Rahmen einer Studie setzte sich die ehemalige Architektengruppe rheinflügel aus Düsseldorf intensiv mit dem Kunsthaus Zug auseinander. Die aus der Kunstakademie Düsseldorf hervorgegangene Gruppe war damals auch mit dem Umbau der dortigen Kunsthalle betraut. Eine breite Diskussion mit rheinflügel behandelte Fragen heutiger Museumsarchitektur und -praxis und untersuchte das Verhältnis von Öffentlichkeit, Raum und Kunst. Wie konnte sich der Leitbegriff des Kunsthauses Zug, «vernetztes Museum im Fluss», räumlich auswirken? Als eine Antwort entstand das Kunsthaus Zug mobil. Im Auftrag der Stiftung der Freunde Kunsthaus Zug konzipierte rheinflügel einen mobilen Ausstellungsraum. Der in Hamburg und Tschechien eigens angefertigte grosse Container (Länge 12 m) erfüllt die technischen Voraussetzungen, um Werke der Sammlung aufnehmen zu können; er hat eine eigene Klima- und Sicherheitsanlage. Innengestaltung und Lichtführung schaffen attraktive Ausstellungsbedingungen. Die glatte, speziell beschichtete Aussenfläche ermöglicht die künstlerische Bearbeitung. Der bewegliche «white cube», eine Weltneuheit, eignet sich für künstlerische, kunstvermittelnde, soziokulturelle oder kunstwissenschaftliche Aktivitäten. Als Container ist er weltweit auf der Strasse, per Bahn oder Schiff transportierbar.
Kunsthaus Zug Schaudepot
Die Sammlung des Kunsthaus Zug umfasst mittlerweile rund 10'000 Werke. Damit verfügt Zug heute über eine hochstehende, öffentliche Kunstsammlung mit regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung. Doch das Depot im Kunsthaus an der Dorfstrasse platzt aus allen Nähten, die Aussenlager sind randvoll. Für die kommenden vier Jahre ändert sich dies nun: Auf dem historischen Areal der V-Zug in Zug Nord entsteht das Kunsthaus Zug Schaudepot. Dank der Unterstützung von Tech Cluster Zug sowie von Kanton und Stadt Zug kann das Kunsthaus rund 700 Quadratmeter in der Halle 11 nutzen – plastische und installative Kunstwerke sowie Museumsmaterial werden unter Lagerbedingungen gezeigt. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Ateliers von Kunstschaffenden. Die weitläufige, lichtdurchflutete Halle wird zu einem Begegnungsort für Kunst und Kultur. Der KunstCluster Zug ist eine urbane Lösung für mehr Kunst in der Stadt Zug. Die Fläche von rund 1600m² wird vom Verein KunstCluster Zug gemietet und für Kunstateliers, Schaulager und Arbeitsräumlichkeiten sowie diverse Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Die Trägerschaft des Vereins KunstCluster Zug bestehend aus der Stiftung der Freunde Kunsthaus Zug, dem Verein Atelier63, dem Verein Film Zug, dem Quartierverein Guthirt und der Tech Cluster Zug AG. Eine offene Mietfläche von rund 290m² kann für kunst- und kulturbezogene Veranstaltungen gemietet werden.