ALLES UND NICHTS
Japan und die moderne Kunst bis heute

Arbeiten von Toulouse-Lautrec, eine Kette von Bernhard Schobinger, ein Selbstbildnis Oskar Schlemmers, ein Ölgemälde Gustav Klimts, Christa de Carouges Kleider – so unterschiedlich diese Werke sind, sie haben einen gemeinsamen Nenner: Japan.

Die Faszination für den ostasiatischen Inselstaat ist kein zeitlich oder lokal begrenztes Phänomen. Auf der Suche nach einer neuen Bild- und Formensprache aber auch nach neuen Lebensphilosophien beschäftigen sich westliche Kunstschaffende seit dem 19. Jahrhundert mit Japan. Dessen Einflüsse sind heute daher kaum mehr aus der abendländischen Kunst und Kultur wegzudenken.

Die Ausstellung «Alles und Nichts» geht auf die Spur dieser mannigfaltigen Bezüge. Ausgewählte Positionen der Sammlung sowie historische japanische Werke aus der Sammlung des Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen zeigen das spannende Spektrum jenseits von Japonismus.

Kuratiert von Matthias Haldemann und Nina Schweizer

 

Die Ausstellung wird grosszügig unterstützt von:

LANDIS & GYR STIFTUNG
Zuger Kantonalbank
Stiftung Sammlung Kamm

 

Zeit und Raum
Hommage an Peter und Christine Kamm

Das Kunsthaus Zug wäre heute ein anderes, wenn sich das Ehepaar Fritz und Editha Kamm-Ehrbar nicht mit dem österreichischen Bildhauer-Emigranten Fritz Wotruba in Zug befreundet hätte. Wotruba beriet das Paar beim Aufbau ihrer Privatsammlung, die heute als Stiftung Sammlung Kamm die bedeutendste Kollektion Wiener Moderne in Europa ausserhalb Österreichs umfasst. Und die zur relevanten Stellung des Kunsthaus Zug im Kunstbetrieb beiträgt.

Die Ausstellung «Zeit und Raum» thematisiert das Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Zentrum steht das Wirken des Zuger Ehepaars Christine und Peter Kamm, der Sohn von Fritz und Editha Kamm-Ehrbar. Für ihn als Architekten und für sie als Kunsthistorikerin waren sowohl die Zeit wie auch der Raum wichtiger Bestandteil ihrer Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur. Werke ihrer privaten Sammlung, die mitten in ihrer Wohnung Teil des Lebens war, zeigt das Kunsthaus Zug nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

Werke von Piranesi, Josef Hoffmann oder Maria von Uchatius überraschen ebenso wie Arbeiten von Roni Horn, Richard Long, Brigitte Kowanz, Roman Signer oder Kurt Sigrist. Auch Anna Margrit Annen, Guido Baselgia, Helena Krähenbühl, Albert Merz oder Hanna Villiger sind in Zug bekannte Namen, die zur Sammlung des Ehepaars Kamm gehören. Diese verbindet somit die Geschichte mit der Gegenwart, die Region mit der Welt.

Christine und Peter Kamm verknüpften das Sammeln bildender Kunst mit einem breiten Spektrum kultureller Aktivitäten. Dies verrät eine ganzheitliche Sicht auf Tradition und Innovation, Natur und Urbanität. Als Hommage zeigt die Ausstellung die verschiedenen Facetten ihres kulturellen Engagements für Zeit und Raum.

Kuratiert von Dr. Matthias Haldemann, Direktor

 

Die Ausstellung wird grosszügig unterstützt von:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/71/Glencore_logo.svg/800px-Glencore_logo.svg.png
Stiftung Sammlung Kamm
WWZ Energie AG, Zug

 

ZuZug digital

Feierabend-Zoom

8. Juni: Pavel Pepperstein, Moskau, und Prof. Dr. Tomáš Glanc, Professor für Slawistik, Universität Zürich, im Gespräch mit Matthias Haldemann

 

 

10. Juni: zu Tomas Kratky. Dr. Josef Helfenstein, Direktor Kunstmuseum Basel und Vesna Bechstein, Künstlerin und Witwe des Künstlers Tomas Kratky, Burgdorf, im Gespräch mit Matthias Haldemann und Nina Schweizer, wissenschaftliche Volontärin und Ko-Kuratorin.

Emilia Kabakov im Gespräch mit Sandra Winiger
Am 29. März 2021

 

 

Péter Nádas im Gespräch mit Matthias Haldemann
Am 8. März 2021

 

Rundgang mit Direktor/Kurator
Weitere Einblicke
Vermittlungsteam berichtet
Umbau-Team richtet ein

Zur Ausstellung ein Video-Essay von Carlos Lügstenmann in Kooperation mit arttv.ch

Essay zur Einführung in die Ausstellung

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ZuZug aus Osteuropa

Unbekannt, fremd, anders. Als der eiserne Vorhang fiel und den Kalten Krieg einleitete, rückte «Osteuropa» in weite Ferne. Dieser – geografisch, politisch und kulturell unkorrekte – Begriff fasst die damalige Zweiteilung der Welt in «den Osten» und «den Westen» in einem Wort zusammen. Obwohl Länder wie Tschechien, Polen, Ungarn und Russland geographisch nahe liegen, erscheinen sie oft noch heute fern.

Die neue Sammlungsausstellung «ZuZug aus Osteuropa» richtet ihren Blick auf dieses Unbekannte und zeigt zum ersten Mal grössere Werkgruppen mittel- und osteuropäischer Kunstschaffender mehrerer Generationen. Während die letzte Ausstellung «BeZug» die Sicht auf Zug thematisierte, dreht «ZuZug» den Spiess um und blickt von «Innen» nach «Aussen». Dabei schliesst der Blick auf das Fremde das Eigene stets mit ein: Wie man etwas erlebt und betrachtet, geschieht immer vor dem Hintergrund der eigenen Lebenswelt.

Geradezu beispielhaft für den Perspektivenwechsel stehen etwa die Werke von Guido Baselgia und Jan Jedlička: Der ehemalige Wahlzuger Baselgia richtete seine Kamera auf den russischen Künstler Pavel Pepperstein und dessen Freunde im Kunsthaus Zug. Gegenüber die Porträts Jan Jedličkas von westlichen Kunstschaffenden im Kunst Museum Winterthur wie Gerhard Richter, Sol LeWitt und Roni Horn. Ein Kontrast von «West» und «Ost». Und während die tschechischen Künstler Pravoslav Sovak, Jan Jedlička und Tomas Kratky in die Schweiz kamen aus Anlass der niedergeschlagenen Reformbewegung des Prager Frühlings 1968, ging der Appenzeller Künstler Roman Signer den umgekehrten Weg. Er studierte in Warschau Kunst und heiratete die Künstlerin Aleksandra Rogowiec.

Die Ausstellung «ZuZug» zieht nicht nur eine Linie von «West» nach «Ost», sondern verbindet auch verschiedene Generationen und Sichtweisen: Etwa das zeichnerische Schaffen Josef Hoffmanns, der in Böhmen aufwuchs und ein wichtiger Architekt und Designer der Wiener Moderne ist. Aus Ungarn Péter Nádas mit Fotografien eines Birnbaums und des Himmels, welche die Zeit und Veränderung thematisieren. Das Künstlergespräch zwischen Ilya Kabakov, Boris Groys und Pavel Pepperstein aus der ehemaligen Sowjetunion. Und Werke von Annelies Štrba, deren Grossvater aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Baar und Zug kam.

Nicht zuletzt bezieht sich «ZuZug» auch auf gegenwärtige Proteste, Aufstände und revolutionäre Geschehnisse in Polen, Russland, Ungarn, Weissrussland und der Ukraine. Freiheit und Toleranz, Weggang und Flucht bleiben als Themen schmerzlich aktuell.

Kuratiert von Matthias Haldemann und Nina Schweizer

 

Die Ausstellung wird grosszügig unterstützt von:

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LANDIS & GYR STIFTUNG
Zuger Kantonalbank