Kiesler wurde in einer Stadt geboren, die einst Czernowitz hieß (heute Czernowitz, auf dem Territorium der Ukraine). Auch heute noch werden die Menschen, die auf dem Territorium der modernen Ukraine leben, sowie in den meisten Ländern mit slawischer Kultur diese Geste leicht erkennen - Dulya, Figa, Kukish, Shish (Betonung auf der ersten Silbe) - eine Faust mit dem Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger. Unsere Gruppe von Erwachsenen vom *project OPEN erkannte diese Geste sofort und war überrascht, sie in der Ausstellung zu sehen. Im modernen Verständnis symbolisiert es die Abwesenheit von etwas oder die Weigerung, es zu geben: «Keine für dich!» = «Dulia!» / «Feige!», du kannst die Geste mit oder ohne Worte verwenden. Es hat keinen sexuellen Unterton im modernen Verständnis, und sogar Kinder können es verwenden.
Historisch gesehen diente die Geste als universelles Handzeichen gegen Gefahr, bösen Einfluss und sogar schlechtes Wetter. Dem Glauben nach besaß «Figa» magische Eigenschaften, um Hexen abzuwehren - «Figa» in der Tasche zu haben, sollte Hexen davon abhalten, sich der Person zu nähern. Darüber hinaus glaubte man, dass im Falle eines Gerstenkorns am Auge das unerwartete Zeigen von «Figa» dem Patienten die Krankheit heilen würde.
Die Teilnehmer*innen des *projekt OPEN sind neugierig – ist diese Geste für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen erkennbar, wird sie heute noch verwendet und welche Bedeutung hat sie für sie?